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Alt 17.11.2009, 17:48
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Standard Etikette des Wiener Tarockcups

Das folgende ist die kürzlich beschlossene Etikette des Wiener Tarockcups. Das meiste orientiert sich an dem, was als gutes Benehmen selbstverständlich sein sollte; einige Punkte haben den Charakter von Regeln, die Missverständnisse und Renonce aus Schlampigkeit vorbeugen sollen, und/oder die Renoncekontrolle erleichtern. (Natürlich wird ihre gedankenlose Nichteinhaltung in der Anfangszeit nicht geahndet, bis sich alle daran gewöhnt haben; aber sie können eingefordert werden.) Die "neuen", bisher nicht üblichen Punkte kennzeichne ich farbig.

Tarock-Etikette des Wiener Tarockcups

  • Wir bitten um einen freundlichen und kollegialen Umgang unter den Spielern; jedenfalls aber um höfliches, korrektes und ruhiges Verhalten, um andere nicht zu stören.
  • Es herrscht an den Spielorten Rauchverbot. Alkoholkonsum ist in solchen Maßen zu halten, dass Umgangsformen und Spielfähigkeit nicht beeinträchtigt sind.
  • Hunde sind willkommen, aber bei Notwendigkeit an der Leine zu halten.
  • Zuschauer haben weit genug vom Spieltisch entfernt zu stehen, dass sie die Spieler nicht stören. Jegliche Störungen des Spiels oder Äußerungen dazu (auch durch Mimik) sind strikt untersagt. Jeder Spieler hat das Recht, einen Kiebitz wegzuweisen.
  • Störendes Reden während des Spielablaufs ist unerwünscht (insbesondere Kommentare zum Spiel und Kritik an den Mitspielern) und hat auf Aufforderung gänzlich zu unterbleiben.
  • Es muss ordentlich gemischt und eine möglichst zufällige Verteilung der Karten angestrebt werden. Die Mitspieler dürfen dies (und etwaiges Nachmischen) vom Geber einfordern. Der Abheber darf auch mehrmals abheben. Die abgehobenen Karten sind noch am Tisch wieder zu einem Paket zusammenzufügen.
  • Der Geber darf bis zum Ende des Gebens keine Karte zu Gesicht bekommen, auch nicht seine eigenen.
  • Jeder hat seine Hände mit den Karten gut sichtbar über dem Tisch zu halten, aber so, dass niemand anderer in sein Blatt schauen kann. So ein Spieler dies nicht erfüllt, ist er darauf hinzuweisen.
  • Die Spiele und Prämien sind mit ihren üblichen Namen anzusagen (etwa: Tarock III heißt „Kakadu“, nicht „Dreier“). Das Lizit ist zügig, korrekt und gut hörbar durchzuführen, einschließlich der „Gut!“ -Meldungen.
  • Bei Spielen mit Talon wird dieser vom Spiel-Ersteher selbst geöffnet (bzw. beim Sechserdreier geschlossen aufgenommen).
  • Der Spielersteher legt die verlegten Karten getrennt von den Stichen und zeigt sie am Ende eines Spieles unaufgefordert den Mitspielern.
  • Die Vorhand legt die drei geöffneten oder sechs geschlossenen Talonkarten, die nicht im Spiel verwendet werden, links von sich (also zwischen Geber und Vorhand). Im ersteren Falle werden diese drei geöffneten Karten nach dem ersten Stich umgedreht.
  • Der Spielersteher sagt nach eventueller Ablage nochmals das Spiel, die etwaige gerufene Farbe sowie etwaige Prämien an und beendet sein Lizit dann endgültig mit den Worten „Ich liege!“. Danach sind keine weiteren Prämienansagen oder Veränderungen in den verlegten Talon-Karten mehr möglich.
  • Eine zu spielende Karte wird sorgfältig gelegt (ohne „Aufklopfen“ oder „Hinklatschen“), und zwar über die schon am Tisch liegenden Karten eines Stiches, sodass auch nach dem Einziehen des Stiches die Reihenfolge des Zugebens ersichtlich ist.
  • Jeder zieht seine Stiche selbst ein. Die Stiche von Partnern bzw. Gegnern eines Alleinspielers werden bis zum Zählen nicht zusammengelegt.
  • Wird bemerkt, dass ein Spieler Renonce begeht oder im Begriff dazu ist, so sind die anderen Spieler angehalten, ihn darauf hinzuweisen. Dies gilt etwa für den Fall, dass ein Spieler irrtümlich einen Stich einzieht und ausspielen will.
  • Bei Renonce-Reklamation sind alle Karten geordnet zu halten (noch vorhandene Karten auf der Hand werden nicht hergezeigt), bis der Sachverhalt geklärt ist. So ein Spieler dagegen verstößt, muss er damit rechnen, dass der Renonce-Fall gegen ihn entschieden wird.
  • Nach der Abrechnung eines Spiels kann eine kurze, konstruktive Nachbesprechung stattfinden, da wechselseitiges Lernen auch im Interesse aller ist.
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