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  #1 (permalink)  
Alt 23.11.2009, 16:44
Benutzerbild von KnightMove
Tarockforum-Team
Valat
 
Registriert seit: 03.12.2004
Ort: Wien
Beiträge: 1.844
Standard Prinzip für Geistregel - Vorschlag

Im Moment sehe ich in der Diskussion um die Geistregeln grundsätzlich das Problem, dass über nichts grundsätzlicher Konsens besteht.

Soll es überhaupt eine geben? Die Grundsatzumfrage steht bei 6:5.

Und was genau soll minimiert werden? Der maximale Schaden pro Spieler und Einzelspiel? Die Summe aller Schäden?

Und was genau ist der Schaden? Sollen die Blätter und das "logische" Ergebnis berücksichtigt werden oder nicht?

Soweit ich erkennen kann, gibt es bei den Geistspielen zwei Faktoren, die echten Frust bei Spielern hervorrufen und nach Möglichkeit zu vermeiden sind:
  • Durch schlechtes Spiel des Geistes werden der Gegenseite Punkte zugeschanzt, was in Abwesenheit einer Geistregel insbesondere Dreierspielern massiv zugute kommen kann.
  • Einem Spieler wird aufgezwungen, dass er Minuspunkte schreibt, obwohl er sonst viele Pluspunkte geschrieben hätte (ist bei der Piccolo-Regel für die Vorhand oft der Fall, nach unserer Dreispiele-Regel aber für einen starken Mitspieler bei Trischaken)
Diesen Zielen dient meines Erachtens folgendes Prinzip, das hier als Vorschlag zu verstehen ist:

Bei Geistspielen soll nach Möglichkeit jeder Spieler entweder
  • mehr Punkte erhalten, als wenn das Spiel normal gespielt worden wäre (ohne Geist)
  • oder mehr Punkte erhalten, als wenn das Spiel gar nicht gespielt worden wäre (also gestrichen)
Anders gesagt: Wer Pluspunkte geschrieben hätte, soll wenigstens noch ein paar Pluspunkte schreiben. Wer Minuspunkte schreibt, sollte sonst noch mehr Minuspunkte geschrieben haben.

Die einfachste Umsetzung dieses Prinzips wäre meines Erachtens dann die Regel:

Jeder lizitiert wie der Geist - also nur normale Rufer. Keine Prämien, keine Kontras.


Das wäre alles - die Vorschrift, Vögel abzuwerfen, würde wieder abgeschafft werden. Eine schwache Vorhand schreibt dann zwar ziemlich sicher Minuspunkte. Aber sie hatte immerhin den Talon zum Wechseln, der sonst wahrscheinlich an einen Dreier- oder Besserruferspieler gegangen wäre - und sie hätte damit sehr wahrscheinlich noch mehr verloren, auch wenn in ihrem Rufer Vögel gegen sie gespielt werden.

Ein Problem an einer solchen Regel ist der nunmehr vergrößerte Unterschied zur Regel von Arno, und mit Sicherheit würden manche aus Gedankenlosigkeit das falsche Spiel lizitieren. Aber auch dafür gäbe es wohl Lösungen.

Ich ersuche um grundsätzliche Rückmeldungen zum jeweils fettgedruckten Prinzip- und Regelvorschlag.
  #2 (permalink)  
Alt 23.11.2009, 19:45
Neuer Benutzer
Trischaker
 
Registriert seit: 31.10.2009
Beiträge: 8
Standard Geistregel: nur Piccolo

Liebe Tarockfreunde!
Die einzig praktikable Regelung hat derzeit Arno gefunden, indem er nur Piccolo zulässt.
Jede andere Regel wie z.B. Rufer lassen Türen zur Manipulation offen in dem man Vögel absichtlich unabsichtlich spielt und wieder Frust hervorruft.

Noch besser wäre es wenn bei Auftauchen eines Geistes die Runde abgebrochen wird und auf Neuzuteilung gewartet wird.

Mit freundlichen Grüssen
Wurm_1
  #3 (permalink)  
Alt 23.11.2009, 19:56
Benutzerbild von KnightMove
Tarockforum-Team
Valat
 
Registriert seit: 03.12.2004
Ort: Wien
Beiträge: 1.844
Standard

Zitat:
Zitat von wurm_1 Beitrag anzeigen
Jede andere Regel wie z.B. Rufer lassen Türen zur Manipulation offen in dem man Vögel absichtlich unabsichtlich spielt und wieder Frust hervorruft.

Noch besser wäre es wenn bei Auftauchen eines Geistes die Runde abgebrochen wird und auf Neuzuteilung gewartet wird.
Auf letzteres warten wir alle, aber das liegt in den Händen von GameTwist - nicht in unserer.

Zum ersteren: Wie schon gesagt, gedenke ich nach diesem Ansatz stille Vögel zu erlauben. Wenn eine starke Vorhand dann Quapil und Kakadu spielt und saftig plus schreibt - was solls? Unter anderen Umständen hätte sie sie angesagt (ev. zu einem Dreier) und viel mehr kassiert bzw. die anderen viel mehr gezahlt. Wem wird also Unrecht getan?
  #4 (permalink)  
Alt 24.11.2009, 12:12
Benutzerbild von arnopeter
Tarockforum-Team
Besserrufer
 
Registriert seit: 30.11.2008
Ort: Villach
Beiträge: 204
Standard Ein weiterer Vorschlag

Zu diesem Thema zwei kleine Beispiele, die das Problem grundsätzlich veranschaulichen.

1. Annahme: Eine Liferunde spielt Königrufen und ein Spieler muss unvorhergesehen aufhören. Was machen die drei restlichen Spieler? Sie engagieren einen Kartenhalter, der zwar keine Renonce begeht, dafür aber schlechter wie ein Anfänger spielt und die Karten nach dem Zufallsprinzip zugibt bzw. ausspielt.
2. Annahme: Ein Onlineturnier läuft und ein Spieler verliert die Verbindung. Was folgt? Als Kartenhalter fungiert ein Geist, der ebenso schlechter wie ein Anfänger spielt und die Karten nach dem Zufallsprinzip zugibt bzw. ausspielt.

Was haben beide Annahmen gemeinsam? Ein Spiel zu dritt ist nicht möglich und mit einem „Kartenhalter“ macht es auch keinen Spaß, man braucht so schnell als möglich einen brauchbaren Ersatzspieler um das Spiel fortführen zu können! Solange bei Onlineturnieren der Geist die Rolle des Kartenhalters für vier Spiele übernimmt, ist für mich der Vorhandpiccolo die beste, schnellste und einfachste Form, aus diesem Dilemma wieder herauszukommen. Einfach deswegen, weil nur die Vorhand Piccolo ansagen darf (keinen Rufer mit Vögeln und stillen Zusatzprämien), beste, weil der Schaden bei solchen Spielen auf maximal neun Punkte (3x3) minimiert wird (der Spieler kann den Piccolo ja auch gewinnen!) und vor allem schnellste, weil das Spiel sofort zu Ende ist, sobald ein Spieler zwei Stiche hat!

Zur Variante mit dem „normalen Vorhandrufer wie der Geist“ ist folgendes zu sagen:

In allen Fällen geht es immer nur um eines: Wenn schon die Vorhand bei einem Geist ein gewisses Spiel spielen MUSS, kommt es immer auf das Blatt der Vorhand an. Bei einem schwachen Blatt wird sie ein normales Spiel verlieren, einen Piccolo wahrscheinlich gewinnen. Bei einem starken Blatt verhält es sich umgekehrt. Wieso soll man durch mehrere Auswahlspiele Regelverstöße provozieren? Der Piccolo bietet sich als billigste Variante an, diesen Tisch so schnell als möglich wieder zu verlassen! Frust würde nur in solchen Fällen entstehen, wo ein Spieler mit einem Dreierblatt weiter sagen oder als Vorhand den Piccolo spielen MUSS. Dem Geist kann es egal sein, der Spieler mit dem Dreierblatt wäre frustriert und zwei Spieler hätten keinen Frust.

Vergessen wir aber bei der ganzen Diskussion nicht, dass ein Lösungsvorschlag bei Gametwist aufliegt und den Programmierern weitergeleitet wurde. Sobald ein Geist am Tisch ist, soll nur mehr dieses Spiel und nicht ein Radl gespielt werden. Nachdem auch die früher vorgelegten Wünsche von Gametwist umgesetzt wurden (Zweitarockregel, Quapil und Verlage beim Farbendreier), bin ich guter Hoffnung, dass auch dieses Problem bald vom Tisch sein wird. Sobald das umgesetzt wird, erübrigen sich alle weiteren Diskussionen, denn dann könnte man sofort auf eine Geisterregel verzichten! Und solange wäre meines Erachtens der Piccolo die beste Variante!

Arno Peter
__________________
postler40
  #5 (permalink)  
Alt 24.11.2009, 17:37
Neuer Benutzer
Piccolo
 
Registriert seit: 26.08.2009
Beiträge: 29
Standard Zweitarockregel?

Hallo Arno!

Was genau ist mit der Zweitarockregel gemeint? Bitte um kurze Aufklärung!
  #6 (permalink)  
Alt 24.11.2009, 18:35
Benutzer
Solorufer
 
Registriert seit: 25.10.2009
Ort: Lembach
Beiträge: 69
Standard

Zitat:
Zitat von Gschtis Beitrag anzeigen
Hallo Arno!

Was genau ist mit der Zweitarockregel gemeint? Bitte um kurze Aufklärung!
Hi Gschtis

Zweitarockregel:
Vor der letzten Regelenderung gab es diese Regel noch. Wenn ein spieler weniger als 2 Tarock bekommt, wird neu gegeben. diese Regel gibt es aber mitlerweile nicht mehr.

gruß
spitzbuaamy
  #7 (permalink)  
Alt 24.11.2009, 19:14
Benutzerbild von KnightMove
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Valat
 
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Ort: Wien
Beiträge: 1.844
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Zitat:
Zitat von arnopeter Beitrag anzeigen
Frust würde nur in solchen Fällen entstehen, wo ein Spieler mit einem Dreierblatt weiter sagen oder als Vorhand den Piccolo spielen MUSS. Dem Geist kann es egal sein, der Spieler mit dem Dreierblatt wäre frustriert und zwei Spieler hätten keinen Frust.
Und wann würde mit einer Rufer-Regel Frust entstehen? Eine schwache Vorhand, die ihn spielt und mit stillen Zusätzen verliert, wäre unter anderen Umständen mit großer Wahrscheinlichkeit noch viel schlechter ausgestiegen - also kein Grund für Frust. Ein Dreierspieler hat wenigstens ein paar Pluspunkte geschrieben anstatt gar nix - also auch kein Grund für Frust.
  #8 (permalink)  
Alt 24.11.2009, 19:33
Benutzerbild von arnopeter
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Besserrufer
 
Registriert seit: 30.11.2008
Ort: Villach
Beiträge: 204
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Zitat:
Zitat von arnopeter Beitrag anzeigen
...Wenn schon die Vorhand bei einem Geist ein gewisses Spiel spielen MUSS, kommt es immer auf das Blatt der Vorhand an. Bei einem schwachen Blatt wird sie ein normales Spiel verlieren, einen Piccolo wahrscheinlich gewinnen. Bei einem starken Blatt verhält es sich umgekehrt.
Die Antwort steht in obigem Zitat!
Es geht immer darum, wer ein starkes Dreierblatt hat! Muss dieses Blatt als Vorhand einen Piccolo spielen oder als Nichtvorhand weiter sagen? Der Frust entsteht also immer beim Dreierblattinhaber!
Im Prinzip geht es dabei aber bis zur Umstellung von Gametwist nur um eine Zwischenlösung und dazu ist mein obiger Beitrag gedacht! Bitte genau lesen!!

Arno Peter
__________________
postler40
  #9 (permalink)  
Alt 24.11.2009, 20:17
Benutzerbild von KnightMove
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Valat
 
Registriert seit: 03.12.2004
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Beiträge: 1.844
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Zitat:
Zitat von arnopeter Beitrag anzeigen
Die Antwort steht in obigem Zitat!
Es geht immer darum, wer ein starkes Dreierblatt hat! Muss dieses Blatt als Vorhand einen Piccolo spielen oder als Nichtvorhand weiter sagen? Der Frust entsteht also immer beim Dreierblattinhaber!
Im Prinzip geht es dabei aber bis zur Umstellung von Gametwist nur um eine Zwischenlösung und dazu ist mein obiger Beitrag gedacht! Bitte genau lesen!!
Ich glaube dich schon richtig verstanden zu haben. Und eines ist klar: Dieses Jahr warten wir ab ... und wenn von GameTwist wirklich eine Änderung erfolgt, oder auch nur für baldige Zukunft zugesagt, dann ändern wir hier nix mehr an der Geistregel.

Aber für den Fall, dass keine Änderung kommt (und wir sind uns ja dessen nicht sicher) halte ich es weiterhin für sinnvoll, diese Diskussion zu führen. Und der Unterschied, auf den ich hinauswill: Mit einer "Lizitieren wie der Geist"- also "Nur Rufer"-Regel gibt es für niemanden größeren Grund, frustriert zu sein - auch nicht für vorhandene Dreierspieler, egal ob Vorhand oder nicht.
 

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