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Bezeichnung "Trull" in Varianten mit Sküs in alter Rolle?

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  • Bezeichnung "Trull" in Varianten mit Sküs in alter Rolle?

    Wird die Bezeichnung "Trull", von französisch "tous les trois" abgeleitet, nur in Tarockvarianten verwendet, in denen der Sküs das höchste Tarock darstellt? Oder gibt es sie auch in Varianten, wo der Sküs noch seine alte Funktion als Sonderkarte hat?

    Im Französischen Tarock heißen die drei jedenfalls "les bouts" oder "les oudlers".

  • #2
    In der historischen Tarockliteratur (18. u. 19. Jh.) findet man "Matadore" (auch noch in den Regeln für das "Tarock-Tappen" von 1821), was eine interpretierende Übernahme aus dem Hombre ist.
    Im Dreierles, einer anno 2018 neu entdeckten, aber mutmasslich sehr alten (vor 1800) Tapptarock-Variante aus Baden (historische Landschaft im deutschen Bundesland Baden-Württemberg) heisst das "Drull" (und die Tarock "Druck", daher manchmal "Druckrolle").
    Kann sein, dass die Verballhornung von "tous les trois" zu "Trull" order "Drull" schon vor 1800 im damaligen Vorderösterreich entstanden ist, es aber erst deutlich nach 1820 in die österreichische Kartenspielliteratur geschafft hat, als die Spiele mit dem 78er-Blatt, in dem der Sküs typischerweise nicht höchster Trumpf ist, schon aus der Mode gekommen waren.
    Also: "Drull", "Trull" wäre der volkstümliche Ausdruck, "Matadore" der der Literatursprache vom 18. und frühen 19. Jh. Das Volkstümliche wurde ja erst im Laufe der Verbürgerlichung der Kultur im 19. Jh. überhaupt literaturfähig.
    In den italienischen Tarockspielen heisst die Dreierkombination typischerweise "onori", was auf gut Französisch (und damit Wienerisch...) "Honneurs" wäre. Allerdings wurde im Kartenspieldeutsch, das extrem mit frz. Begriffen durchsetzt war, "Honneurs" oft für jede zählbare Kombination oder sogar im Sinne von Wertungselement allgemein verwendet.

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