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Frühe Tarok-Erwähnungen

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  • Frühe Tarok-Erwähnungen

    Im späten 15. Jh. werden in der gegen das Kartenspiel wetternden Handschrift "Sermones De Ludo Cum Aliis" die Namen und die Reihenfolge der Taroks angeführt:

    Primus dicitur El bagatella (et est omnium inferior),
    2. Impatrix,
    3. Impator,
    4. La papessa (o miseri quod negat Christiana fides),
    5. El papa (O pontifex cur &c., qui debet omni sanctitate polere, et isti ribaldi faciunt ipsorum capitaneum),
    6. La temperentia,
    7. L'amore,
    8. Lo caro triumphale (vel mundus parvus),
    9. La forteza,
    10. La rotta (id est regno, regnavi, sum sine regno),
    11. El gobbo, [der Bucklige]
    12. Lo impichato,
    13. La morte,
    14. El diavolo,
    15. La sagitta, [der Bogen]
    16. La stella,
    17. La luna,
    18. El sole,
    19. Lo angelo, [der Engel]
    20. La iusticia,
    21. El mondo (cioe Dio Padre),
    El matto sine nulla.

    Namen und Reihenfolge der Taroks sind hier noch etwas anders, als wir es heute aus der Marseiller Linie her kennen. Die abweichenden Namen habe ich in Klammern übersetzt. Der Narr wird mit der Nummer Null verbunden. Daß er keine Zahlenbezeichnung trägt, liegt daran, daß die römischen Zahlen die Null nicht kennen. Würde man die Karte also mit arabischen Ziffern bezeichnen wollen, müßte er die Null bekommen, nicht die 22.
    Im alten Tarokspiel verhält er sich ja auch wie ein Narr, kann nicht stechen, kann aber auch nicht gestochen werden (wer will schon einen Narren bekommen?).

    Zu der Bedeutung der Zahlkarten ist eine Quelle aus dem 15. Jh. interessant. Galcottus Martius beschreibt um 1488-1490 in "De Doctrina Promiscua" die vier Farben. er hat dabei die Farben Lanzen (Stäbe, = trefle), Schwerter (= pique), Pokale (= Coer) und Brote (Münzen, = Careaux). Je mehr Schwerter oder Lanzen man legt, desto mehr Stärke für den Frager bedeutet es. Bei den Weinpokalen und Broten aber ist es genau umgekehrt. Damit ist schon hier die umgekehrte Stichkraft zwischen den schwarzen und roten Farben, die das Tarokspiel ja kennt, erklärt.

    Die ältesten Tarokkarten, von denen ich weiß, sind die von Jacquemin Gringonneur. Er wurde 1392 für das Malen eines dreier Kartenpacks bezahlt (Zahlbuch des Charles Poupart, Schatzmeister von Karl IV. von Frankreich).

    Geza

  • #2
    Zitat von Geza Beitrag anzeigen
    Die ältesten Tarokkarten, von denen ich weiß, sind die von Jacquemin Gringonneur. Er wurde 1392 für das Malen eines dreier Kartenpacks bezahlt (Zahlbuch des Charles Poupart, Schatzmeister von Karl IV. von Frankreich).
    Waren das denn schon Tarockkarten? Als älteste Quelle für ebensolche wird meistens eine Rechnung aus Ferrara von 1441 angegeben.

    Kommentar


    • #3
      Von den Gringonneur Karten sind einige erhalten, nämlich der Narr, der Herrscher, der Papst, die Liebenden, der Wagen, Justizia, der Alte, die Kraft, der Gehängte, der Tod, Mäßigkeit, Haus Gottes, Mond, Sonne, Gericht, Welt, sowie der Schwert-Bube. Alle ohne jede Nummer oder Beschriftung.
      Man ist sich aber nicht sicher, ob die erhaltenen Gringonneur-Karten nicht eine Version aus Venedig der Mitte des 15. Jh. sind, also eine Art Kopie. Sie liegen in der Bibliotheque Nationale in Paris.

      Gruß,
      Geza

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      • #4
        Interessant... ich mache mich mal schlau dazu.

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