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Sind Rachekontras ethisch bedenklich?

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  • Sind Rachekontras ethisch bedenklich?

    Wenn jemand glaubt, dass eine gegnerische Spielansage verloren geht, kann er kontrieren und damit den Spielwert verdoppeln. Das ist integraler Bestandteil des Spiels, wenn auch mit den nötigen Einschränkungen bei Turnieren, und wird meines Wissens von niemandem hinterfragt.

    Ein Kontra kann allerdings auch taktische Hinweise an die Partner geben, wie sie spielen sollen - und das ist eine sehr wichtige Funktion des Kontras.

    Daneben gibt es aber auch andere Motivationen zu kontrieren. Recht gängig ist das, was ich "Rachekontra" nennen möchte - wenn z. B. ein Dreier von einem Bettel oder Piccolo ouvert überlizitiert wird, dass der Dreierspieler diesen kontriert, wenn ihm denn schon sein Spiel weggenommen wurde.

    Und zu diesem Punkt hatte ich gestern eine Diskussion und stelle daher die Frage: Sind solche Rachekontras ethisch bedenklich?

  • #2
    Gegenfrage: Sind Rachekontras taktisch bedenklich?

    Eine gute Hand für einen Dreier ist oft keine gute Hand gegen einen Bettler. Was taktisch doof ist straft sich auf lange Sicht von selbst.

    Aus "Rache" zu kontern finde ich etwas unreif, aber nicht ethisch/moralisch bedenklich. Es ist keine unfaire Art sich einen Vorteil zu verschaffen, bestenfalls eine Art sich unbeliebt zu machen.

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    • #3
      Hallo Christian,

      Dann auch mein bescheidener Senf zu dem Thema:

      Ich bin mir nicht mal so sicher, dass es sich bei einem Kontra in dem von dir berichteten Fall immer zwangsläufig um ein Rachekontra handeln muss.
      Bei Bettel-Ouvertspielen stehen die Gewinnchancen für den Spieler bei 3 guten Gegnern nicht mal bei 20%, bei Reden erlaubt dürften diese wahrscheinlich noch ein klein wenig geringer sein. Bei Piccolo Ouvert ist diese meiner Erfahrung nach gerade mal 30%.

      Wenn ich nun statistisch gesehen bei gutem Gegenspiel 8 von 10 Bettel-Ouverts verliere, dass muss ich zwangsläufig mit einem Kontra rechnen da die Gewinnchancen für die Gegner einfach viel höher sind.

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      • #4
        Sind Rachekontras ethisch bedenklich?

        Zuerst einmal NEIN. Denn wenn der Bettler über den Dreier einen Ouvert lizitiert hat, müsste er doch wissen was er tut.
        Aber sehen wir das doch auch einmal vom Dreierspieler, der hat schon seit längerer Zeit keine guten Blätter, dann endlich eimal ein Dreier! Der wird ihm dann kalt weggenommen. Da spielen doch auch Emotionen mit und ein Kontra egal wie gross die Chance ist ihn zu gewinnen, bietet sich doch an.

        Ausserdem: wenn wir Ethik diskutieren wollen, ist doch ein Kartenspiel wie Tarock das falsche Beispiel. Da können wir bestenfalls Quartett oder ähnliches nehmen.

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        • #5
          Zitat von Friedensreich Beitrag anzeigen
          ein Kontra egal wie gross die Chance ist ihn zu gewinnen, bietet sich doch an.
          ich sage mal, NUR der dreierspieler, auch wenn er überboten wurde, hat das recht, einen ouvert zu kontrieren, denn NUR ER kann sein blatt einschätzen, ob man den ouvert erwischen kann oder nicht. die beiden anderen mitspieler wissen ja nicht, wie stark der dreier wirklich ist. kontriert der dreier, können die mitspieler ebenfalls kontrieren, andernfalls nicht!
          postler40

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          • #6
            Zitat von arnopeter Beitrag anzeigen
            ich sage mal, NUR der dreierspieler, auch wenn er überboten wurde, hat das recht, einen ouvert zu kontrieren, denn NUR ER kann sein blatt einschätzen, ob man den ouvert erwischen kann oder nicht. die beiden anderen mitspieler wissen ja nicht, wie stark der dreier wirklich ist. kontriert der dreier, können die mitspieler ebenfalls kontrieren, andernfalls nicht!
            Das "nur" gilt aber nur für einen Bettel-Ouvert. Für Piccolo oder Zwiccolo-Ouvert (Falls gespielt) gilt das nicht. Hier kann sehr wohl auch ein anderer Gegner ein schönes Blatt für ein Kontra haben.

            Zum Thema an sich:
            Ein Wutschuss kommt natürlich immer wieder vor und gehört auch zum Spiel. Er soll aber zumindest mit einer kleinen Chance, den Ouvertspieler zu erwischen, versehen sein, denn ansonsten ist es gegenüber den Mitspielern unfair. Falls dann der Ouvertspieler auch noch Rekontra geht, wird aus einem reinen unbegründeten Wutschuss ein relativ teures Vergnügen.

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            • #7
              dass...

              man einen bettler-ouvert quasi kontern muss (wie zb. montanistikus schrieb), da er zu etwa 2/3 verloren geht... dies relativiert sich insofern, da ein schönes spielerblatt mit einem verbunden rekontra einige weitere kaputte bettler-ouverts braucht um dies wieder wettzumachen.

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