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Wie gewinnt man (gegen) einen Dreier?

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  • Wie gewinnt man (gegen) einen Dreier?

    Natürlich gibt es unzählige verschiedene Gründe, warum ein Dreier gewonnen wird und ein anderer verloren.
    Wenn man jetzt einmal alle übermächtigen Dreier weglässt (10 Stiche etc.) und auf die knappen, ziemlich ausgeglichenen Dreier schaut (Eigendefinition: zwischen 32 und 38 Punkte):

    These: 80% dieser knappen Dreier werden in den letzten zwei Stichen entschieden.
    Begründung: Wäre es nicht so, hätte der strategische Kampf um die Tarocklänge zwischen Spieler und stärkstem Gegner keine so große Bedeutung. Es wäre dann besser, z.B. auf Königsjagd zu gehen (den Starken anschießen um dem Spieler einen König abzustechen)

    Was halten die Experten von meiner These?

  • #2
    Zitat von Tester888 Beitrag anzeigen
    These: 80% dieser knappen Dreier werden in den letzten zwei Stichen entschieden.
    Begründung: Wäre es nicht so, hätte der strategische Kampf um die Tarocklänge zwischen Spieler und stärkstem Gegner keine so große Bedeutung. Es wäre dann besser, z.B. auf Königsjagd zu gehen (den Starken anschießen um dem Spieler einen König abzustechen)

    Was halten die Experten von meiner These?
    Um die Antwort in einem Satz zusammenzufassen: Vielleicht hast du recht - es ist aber nicht sicher und schon gar nicht beweisbar - und wenn: Was genau bringt die Erkenntnis?

    Zunächst einmal sollten wir genau eingrenzen, was unter "entschieden werden" zu verstehen ist: Eine Seite hat in den gewonnenen Stichen genügend Punkte erworben, um das Spiel zu gewinnen - also der Spieler 35/2, oder die Gegner mindestens 34/2. (Natürlich kann die faktische Entscheidung schon davor gefallen sein - hat der Dreierspieler 30/1 in den Stichen und noch den Sküs auf der Hand, kann er nicht mehr verlieren.)

    Dein Kriterium ist ein knappes Ergebnis (32-38 Punkte auf jeder Seite). Bei einem ausgeglichenen Ergebnis wird üblicherweise (keineswegs immer!) auch der Verlauf recht ausgeglichen sein, die gewonnenen Stichen gehen also hin und her. Und es braucht es seine Zeit, die nötigen Punkte beieinander zu haben. Da fällt die Entscheidung notwendigerweise meistens spät.

    Es gibt aber unzählige Gegen-Szenarien. Beispiele:
    * Ein starker Dreier hat noch zwei schwache Farbkarten. Doch er tarockiert aus, um den Kakadu zu spielen und rechnet sich zu Recht aus, das Spiel dann schon gewonnen zu haben. Die Gegner machen noch zwei fette Farbstiche, doch es nützt ihnen nichts mehr.
    * Ein Dreier konnte 7 Punkte verlegen und hat die Trull auf der Hand. Im ersten Stich spielt er den Pagat mit einem zusätzlich gefangenen Cavall heim (7/1). Im zweiten geht sein langer König, er fängt dabei einen Buben (6/1). Den dritten, relativ wertlosen Stich gewinnen die Gegner. Im vierten Stich nagelt der Dreier auf dieselbe Farbe wie im ersten Stich (die lange Farbe des stärksten Gegners) König und Bube mit einem hohen Trullstück (10/1) an. Nun könnte er bereits im 5. Stich den Sküs abschlagen und hat 36/1, selbst wenn die Gegner alle folgenden 7 Stiche gewinnen!
    * Ein Dreier hat drei Könige. Wegen schlechter Verteilung werden sie ihm alle gezogen. Die Gegner spielen noch zwei Trullstücke heim und haben schon nach 7 Stichen genug.

    Diese und alle anderen früher entschiedenen Fälle mögen mehr als 20 % aller "knappen" Dreier ausmachen oder auch weniger. Sicher sind sie die Minderheit. Aber wenn man es genauer wüsste... was würde es spieltaktisch bringen?

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