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Gerufenen König beim Solorufer heimbringen

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  • Gerufenen König beim Solorufer heimbringen

    Nach einer Sommerpause wieder eine Anfrage zu einer Spielsituation des letzten Tarockforumturniers:

    Ich spiele als Süd einen Solorufer und wähle Pik als Partner.
    Ost spielt ein Skartindel in Pik aus.
    Nord und West geben ebenfalls ein Skartindel zu und ich mache den Stich mit dem blanken Pikbube.

    Das Spiel verläuft im Weiteren so, dass ich mich innerlich schon beklage, keinen Partner zu haben, als im vorletzten Stich der Pikkönig von Nord zugegeben wird.

    Meine Fragen:
    Was sagt ihr zum Ausspiel von Ost? Soll man als Gegner gleich mal suchen gehen wer zusammengehört oder lieber nicht die gerufene Farbe anspielen?

    Meine Frage im Chat, warum mein Partner im ersten Stich nicht gestochen hat, wurde so beantwortet: "Ich hatte den König zu dritt und wollte ihn heimbringen" - also er wollte ihn mir bei späterer Gelegenheit schmieren.

    Was haltet ihr von dieser Taktik? Und falls ihr sie nicht sinnvoll findet ein Zusatz: Würdet ihr auch, wenn ihr 4 oder 5 Pik habt, mit dem König draufgehen?

    Mit herzlichem Dank für eure Antworten und lieben Grüßen
    verbleibt
    HansM alias tarock_gauss

  • #2
    1. Ja, es ist im allgemeinen durchaus sinnvoll, bei einem Solorufer sofort den Partner zu suchen. Denn solange es unklar ist, hat die Spielerpartei einen Wissensvorteil (der Partner allein weiß, dass er der Partner ist), der so verloren geht. Wenn der Partner mit dem König in Stich kommt, weiß er nicht, was der Spieler ausgespielt haben will; zu einem späteren Zeitpunkt weiß er es wahrscheinlich. Allerdings würde ich mich hier als Gegner trotzdem nicht gegen den Grundsatz "Der Starke spielt sich stark, der Schwache spielt sich schwach" verhalten - sprich, wenn die Vorhand stark ist (etwa mit 6 Tarock) und die Pik blank hat, dann spiele ich sie nicht.

    2. Ich habe jetzt nicht die genauen Wahrscheinlichkeiten im Kopf, aber mit König zu dritt ist sie sicher über 50%, dass der König durchgeht, mit mehr Karten definitiv darunter. Aber auch dann ist das Risiko, dass der König abgestochen wird, abzuwägen mit der Gefahr, dass der Stich an die Gegner geht, und der realen Chance, dass er später heimgespielt wird. Ich würde ihn in den meisten Fällen nicht schinden, in der vorliegenden Situation ganz bestimmt nicht.

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    • #3
      Danke für deine Antwort!
      Habe nachgerechnet mit welcher Wahrscheinlichkeit der König durchgeht (und mich hoffentlich nicht zu oft verrechnet):

      Wir wissen ja beim Solorufer nicht was im Talon liegt. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit, ob der König durchgeht.

      König zu dritt ergibt 44%
      König zu viert ergibt 35%
      König zu fünft ergibt 15%

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      • #4
        Partner suchen

        ad 1)
        ein weiterer Grund, als Gegner die gerufene Farbe zu spielen und den Partner des Spielers zu suchen: Wenn der gerufene König liegt, sollten die drei Partner möglichst bald wissen, dass sie zusammenspielen und sich nicht unnötig gegenseitig überstechen.

        Dies gilt aber nur bei einem Solorufer, bei einem Pagatrufer z.B. hielte ich es (in der Regel) für einen Fehler, die gerufene Farbe zu spielen.

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        • #5
          Zitat von HansM Beitrag anzeigen
          König zu dritt ergibt 44%
          König zu viert ergibt 35%
          König zu fünft ergibt 15%
          Ich bestätige die letzten beiden Zahlen, im ersten Falle komme ich allerdings auf 53%. Zugegeben - das ist immer noch weniger, als ich erwartet hatte. Trotzdem ist Schinden nicht anzuraten.

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          • #6
            Ja stimmt - habe meine Rechnung nochmal kontrolliert und du hast recht:
            Es sind 52,8%.

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            • #7
              im normalfall sieht ein (guter) spieler nach wenigen karten, wer der partner ist, auch wenn die gerufene farbe nicht gespielt wird.
              zum ggst. fall ist zu sagen, dass der könig sofort gelegt werden sollte, damit der spieler bescheid weiss (er rechnet ja sonst damit, dass der könig liegt und teilt seine stärken gezielter ein). wenn der könig mindestens zu dritt ist UND eine gewisse tarockstärke vorhanden ist (stecher), kann der partner ruhig könig ultimo ansagen. damit sind die fronten auch klar. ohne tarockhilfe ist der könig sofort zu legen!
              postler40

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              • #8
                Partnersuche

                Ich versuche meine Meinung nochmals zu begründen:

                Gerade beim Solorufer ist es (auch bei erfahrenen Spielern) oft nicht leicht zu sehen, wer Partner ist, insbesondere wenn der König liegt. Und die Erkenntnis im 5. oder 6. Stich kann schon (zu) spät sein...

                Es gibt ja keine so klare Ausspielstrategie wie z.B. bei einem Vogel, wo der Partner tarockiert und damit alles klar ist.

                Außerdem ist - wie im gegenständlichen Fall - die Chance, den König abzustechen und/oder Ultimo zu verhindern auch nur bei baldigem Anspielen der Farbe möglich.

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                • #9
                  Zitat von Tester888 Beitrag anzeigen
                  Außerdem ist - wie im gegenständlichen Fall - die Chance, den König abzustechen und/oder Ultimo zu verhindern auch nur bei baldigem Anspielen der Farbe möglich.
                  genau deswegen gleich rein mit dem könig, damit der spieler wenigstens bescheid weiss (auch wenn er abgestochen wird) oder ultimo ansagen!
                  wenn der solospieler den möglichen ultimo nicht halten kann, weil er denkt, er spielt alleine und sich mit seinen stechern andere wertvolle stiche sichert, ist nicht nur der ultimo sondern auch der königfang auf der minusseite. meist ist durch diese aktion auch das spiel selbst in gefahr.
                  postler40

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