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Nachwassern?!

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  • Nachwassern?!

    Habe beim Turnier in St. Valentin den Einstieg ins Liveturniertarock zusammen mit zwei Freunden gewagt.
    Hier einige Eindrücke, die von jemandem stammen, der nicht betriebsblind sein kann:

    Was hat mich beeindruckt/bewegt?!
    1) Sensationelle Stimmung: Da tummeln sich 152 Tarockbegeisterte zwischen 4 und 5 Stunden in einem Wirtshaus!
    2) Netter Empfang: Wir wurden sehr freundlich begrüßt, angemeldet und einige "alte Hasen" spielten ein paar Radeln vor Turnierbeginn mit uns, damit wir uns an die anderen Regeln (6er-Dreier gleich am Beginn, kein Quapil, kein Farbendreier,...) gewöhnen konnten.
    3) Gute Organisation durch den Tarockverein St. Valentin
    4) Der 6er-Dreier am Beginn ist gewöhnungsbedürftig, aber durchaus interessant. Es fällt vor allem die "Pflicht" weg als letzter in der Lizitation ein Verhinderungsspiel (Piccolo, Pagat- oder Solorufer) anzusagen, nur um der Vorhand die Möglichkeit des 6er-Dreiers zu nehmen.

    Was hat mir nicht so gefallen:
    1) Jetzt haben wir uns als ehemalige 19er-Rufer endlich halbwegs an Uhu, Pelikan und Quapil gewöhnt und dann spielen die keinen Quapil. Schade, denn ein (oft heimlicher) Quapil macht schon viel Spannung in einem Tarockspiel aus.
    2) Kein Farbendreier! Schade um das schöne Spiel, das den Kampf bei der Lizitation "viele Tarock" gegen "wenige Tarock" deutlich belebt.
    3) Wirklich irritiert hat mich aber dann die Art und Weise mit den eingestochenen Karten umzugehen: Nicht nur, dass die Gegenspieler auf einmal anfangen in ihren Karten nachzuschauen, ob schon ein bestimmter Vogel, König oder Stecher gefallen ist. Speziell wurde es, als ein Farbendreierspieler anfing sein Karten zu zählen um die folgende Spielweise (runterschlagen oder zurückspielen) zu bestimmen. Das ist mMn eines Turniers nicht würdig. Die Karten sollte man sich merken oder fürs Nichtmerken "bestraft" werden!

    Aber unser Abschlussresüme ist absolut positiv und wenn ein Veranstaltungsort für uns Mostviertler (NÖ) halbwegs nahe liegt, sind wir wieder dabei!

    LG
    HansM

  • #2
    Zitat von HansM Beitrag anzeigen
    1) Jetzt haben wir uns als ehemalige 19er-Rufer endlich halbwegs an Uhu, Pelikan und Quapil gewöhnt und dann spielen die keinen Quapil. Schade, denn ein (oft heimlicher) Quapil macht schon viel Spannung in einem Tarockspiel aus.
    Das sind die Raiffeisen-Cup Regeln, die aber meiner Beobachtung nach durchaus am ehestem von allen Cup-Regeln dem entsprechen, wie in der Gegend üblicherweise gespielt wird. Den Marabu/Quadpil (Gartenzaun)-Rufer spielt man hier wirklich nicht (wie auch den Märchenstich).

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    • #3
      Ja Hans,

      deine Eindrücke stimmen...ist leider so, man will aus historischen Gründen bei den beiden Cups nicht viel am Regelwerk ändern (im Hausruck wird zumindest der Quapil gespielt, was das Spiel generell auf ein höheres Niveau bringt).

      Versuche doch einmal ein Turnier im Wiener Cup, da sind die Regeln am "anspruchvollsten" und Varianten-reichsten, was uns viele der guten OÖ Tarockierer immer wieder bestätigen, die bei uns mitspielen:

      - kein Nachwassern
      - Märchenstich
      - Farbendreier
      - Sechserdreier vorab, zählt aber 1 Pkt weniger als Dreier/Farbendreier (kann daher durch F3er oder Uhurufer überboten werden ==> führt zu einer höheren Lizitdynamik)
      - Kakadu- oder Quapilrufer stehen mit 7 bzw 9 in der Tabelle, können daher einen F3er oder Ouvertspiel überbieten ==> führt zu einer höheren Lizitdynamik
      - Farbensolo gleichwertig mit Solodreier (in OÖ ist er mit 5 Punkten doch etwas unterbewertet)
      - Bettler steht über Solorufer und Pagatrufer

      LG

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      • #4
        Zitat von SirAlex Beitrag anzeigen
        man will aus historischen Gründen bei den beiden Cups nicht viel am Regelwerk ändern
        Ich glaube hier (nur) historische Gründe zu nennen ist etwas zu kurz gefasst.
        Wie gesagt: Die Regeln, nach denen hier in der Gegend in Privatrunde, an Stammtischen, ... gespielt werden sind meiner Beobachtung nach deutlich näher an den Raiffeisen-Regeln als an den Wiener-Zeitung-Regeln.


        Zitat von SirAlex Beitrag anzeigen
        (im Hausruck wird zumindest der Quapil gespielt, was das Spiel generell auf ein höheres Niveau bringt).
        Ich möchte hier eigentlich nicht zum Entstehen einer Debatte "OÖ Cup-Regeln vs. Wiener Cup-Regeln" beitragen. Aber die Meinung, das der Marabu das Spiel auf ein höheres Niveau bringt, teile ich überhaupt nicht, und die meisten mir bekannten (hauptsächlich Mühlviertler) Tarockspieler auch nicht.

        Ansonsten plädiere ich hier nicht 1:1 für die Raiffeisen-Regeln - meine bevorzugten Regeln sind dazwischen (und bei ein paar Details ganz anders).

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        • #5
          "Nachwassern" ist übrigens hier (http://www.tarockforum.at/thread147.html) mit 1/3 dafür und 2/3 dagegen abgestimmt - dafür spricht, dass die Stiche ja letztlich demjenigen gehören der sie eingestochen hat, und der soll damit machen was er will.

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          • #6
            Mit höherem Niveau meine ich, dass es einfach anspruchsvoller ist, weil man eben mehr aufpassen und auf mehreren Ebenen denken muss...

            Spiele einmal mit BALI um 1 EUR den Punkt, sowie inkl. V und VI, und Mondfang, dann kommt dir "nur" bis inkl. Kakadu und inkl. "Nachwassern" eher wie "Kinder-Tarock" vor....

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            • #7
              Spielen mit Bali

              Zitat von SirAlex Beitrag anzeigen
              Spiele einmal mit BALI um 1 EUR den Punkt, sowie inkl. V und VI, und Mondfang, dann kommt dir "nur" bis inkl. Kakadu und inkl. "Nachwassern" eher wie "Kinder-Tarock" vor....
              Ich glaube gar nicht, dass das notwendig ist, denn wie das allein schon unter Turnierregeln beim Hausruckcup ausgeht, hat rossos hier http://www.tarockforum.at/thread988.html köstlich beschrieben!

              PS.: Danke für die Einladung zum Wiener Cup - wenn nur nicht alle Veranstaltungsorte so weit entfernt wären - aber irgendwann wird's schon klappen!

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              • #8
                Zitat von SirAlex Beitrag anzeigen
                Spiele einmal mit BALI um 1 EUR den Punkt, sowie inkl. V und VI, und Mondfang
                Ich werde mich hüten mit einem guten Spieler nach seinen, mir fremden Hausregeln um signifikante Geldbeträge zu spielen .

                Zitat von SirAlex Beitrag anzeigen
                Mit höherem Niveau meine ich, dass es einfach anspruchsvoller ist, weil man eben mehr aufpassen und auf mehreren Ebenen denken muss...
                Je höher der Vogel, desto höher der Wert und desto höher die Wahrscheinlichkeit dass einer still geht wenn man nicht genau aufpasst dass man die Vögel abfängt - so gesehen glaube ich schon dass sich durch diese Regeln das Spiel deutlich anders spielt, und dass man da aufpassen muss wie die Katze am Sprung um auch ja jeden Vogel zu erwischen. Und ich glaube sogar dass als gelegentlicher Nervenkitzel für langjährige Tarockierer spannend sein kann. So Banalitäten wie im Rufer genug Punkte einzustechen treten dann in den Hintergrund.
                Mit I - VI zu spielen kommt mir aber eher wie eine andere Tarockvariante, als ein Heben des bestehenden Spieles auf ein höheres Niveau vor.


                Grundsatzfrage: Wie weit sollen Regeln historisch gewachsen und regional verwurzelt sein, und wie weit "designed"?
                Zuletzt geändert von bel; 21.11.2014, 00:40.

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                • #9
                  hausruck-cup spielt nicht mit V und VI und mondfang... und erst recht nicht nicht um 1 euro.

                  magic-christian meinte die vor- und nachspiele bei dem Cup, wo sich etliche spieler um "balis" tisch sammeln... und wo das zuschauen schon spass macht... aber natürlich nicht repräsentativ für das turnier ist.
                  an besagtem tisch sagt der spieler der pagat hat, fast immer einen pagatrufer ... einfach um eine höhere lizitation zu vermeiden. wenn nicht wird ein solo als verhinderer lizitiert.
                  wenn alle 4 spieler so spielen, hat das natürlich schon seinen zuschauer-reiz... ist aber natürlich nicht im entferntesten ein einklang für den cup.

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                  • #10
                    Zitat von rossos Beitrag anzeigen
                    hausruck-cup spielt nicht mit V und VI und mondfang... und erst recht nicht nicht um 1 euro.
                    Klar.

                    Ein IIIIer bringt trotzdem keinen wirklich neuen Aspekt ein, sondern verschiebt das Spielgeschehen nur mehr in Richtung Vögel. Mit V und VI ist das noch extremer, bis alles andere unwichtig ist, oder?
                    z.B. ein Farbendreier ist dagegen ein wirkliche Bereicherung.

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