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Anspruchvollstes Kartenspiel zu zweit?

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  • Anspruchvollstes Kartenspiel zu zweit?

    Liebe Tarocker,

    für vier Leute gibt es ja viele großartige Kartenspiele, für drei zumindest noch einige gute (wie etwa Preference oder Skat oder auch das von mir geschätzte Haferltarock), aber für zwei wird es sehr dünn. Was wären eure Favoriten bei der Frage nach dem anspruchsvollsten (meint: Können spielt eine deutlich größere Rolle als Kartenglück) Kartenspiel für zwei (mit "normalen" Karten, also keine Autoren- oder Sammelkartenspiele)?

    Meine sind vor allem Durak (mit 24 Karten, bei 36 raucht uns zu sehr der Kopf beim Kartenmerken), und dann Schnapsen. Mehr wirklich gute zu zweit sehe ich nicht, kann mir jemand noch die Augen für weiteres öffnen?

    lg Norbert

  • #2
    Von Durak hatte ich tatsächlich noch nie gehört - danke, interessant!

    Ich habe zwischenzeitlich auch versucht, gut Schnapsen zu lernen, es aber bald aufgegeben (mein Spiel ist und bleibt eben doch Tarock... und zu zweit spiele ich Schach). Aber ich habe von dem Spiel eine sehr hohe Meinung - manche empfinden Schnapsen als den besten "Zweihänder", und ohne Mitbewerber zu kennen, neige ich zur Zustimmung.

    Man muss ein gutes Gedächtnis haben und jede einzelne Karte merken (dergleichen ist bei Tarock viel weniger wichtig), ein gutes strategisches Verständnis für das Spiel aufbringen und daneben richtig taktisch vorausrechnen können. Gar nicht so selten hat man eine Situation, wo man noch schnell mit einem Ober einen Unter abschlagen und dann 20 ansagen muss, um 66 oder 33 zu erreichen, während alles andere schauerlich verliert.

    In Forendiskussionen scheint Cribbage viele Anhänger zu haben - nun, das bedarf zumindest etwas sperrigeren Equipments. Ob wohl jemand alle solchen Spiele kennt und beherrscht?

    Die Tarockspiele für zwei sind hier übrigens nicht gelistet. Strohmandeln habe ich schon versucht, das ist aber langweilig. Kosakeln soll gut sein... muss mal nachlesen.

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    • #3
      Durak

      Gerade einem Schachspieler sollte Durak zu zweit viel Freude bereiten können, denn in diesem Spiel geht es ähnlich wie beim Schach um die Vorausberechnung von Endspielen, Spielzügen und Kombinationen. Es lässt sich auch notieren, ich verwende: h,k,p,t für herz, karo, pik, treff und A,K,D,B,10,9 für die Kartenwerte (zu zweit spielen wir, wie gesagt, mit nur 24 Karten; das ist insgesamt interessanter als mit allen 36 denn solange noch ein Talon liegt, dreht sich alles um das Erreichen eines "günstigen" Endspieles nach aufgebrauchtem Talon). Was ein "günstiges Endspiel" ist, hängt aber sehr davon ab, ob man nun als Angreifer oder als Verteidiger ins Endspiel gelangt und muss entsprechend darauf hinspielen (als Angreifer ist es z. B. gut, Kartenwerte der Trumpfkarten des Verteidigers zu haben, da diese meist sehr gut nachgeworfen werden können; als Verteidiger braucht man Stichkarten, die der Gegner eben gerade NICHT als Kartenwert hat).

      Eine noch recht übersichtliche Endspielsituation, um das zu verdeutlichen, was ich meine:

      Herz ist Trumpf, Süd am Zug, die Endspielhände der Spieler:

      Spieler Nord: 6 Karten
      hA, hD
      kA
      pB, p9
      tB

      Spieler Süd: 6 Karten
      kD, kB, k10
      tA, tD, t10

      Notiert sind im folgenden die ausgespielten Angriffs- und Verteidigungskarten, Süd beginnt, Nord versucht, alle Angriffe abzuwehren:

      1. k10 /kA
      2. t10 /tB
      3. kB /hA
      4. tA /hD
      5. kD, tD und Süd gewinnt, weil Nord mit den verbliebenen Pik die angreifenden Karten nicht mehr abwehren kann.

      Wenn Nord besser mitdenkt, sieht die Sache aber ganz anders aus:

      1. k10 /kA
      2. t10 /hA!
      3. tA Nord nimmt (alle 5 liegenden Karten)
      4. kB /kA und Süd kann nichts mehr nachspielen, Nord kommt zum Zug:

      5. ... p9 Süd nimmt (zwangsweise)
      6. ... t10 /tD
      7. ... k10 /kD
      8. ... hD und Süd muss wieder nehmen.
      9. ... tA, hA können nicht mehr gedefft werden, Süd nimmt, und mit
      10. ... pB, tB ist die Hand leer und Nord gewinnt.

      So einfach gestrickt wie dieses Beispiel ist es aber nicht immer, manchmal kann schon ein Aufnehmen der Karten durch einen Spieler das Ergebnis umdrehen; man muss also die möglichen Varianten gut durchdenken, und Kenntnis der Endspielblätter (d.h. Kartenmerken) ist absolut unumgänglich. Das Beispiel zeigt gut, dass ansonsten auch ein vermeintlich schlechtes Blatt (Süd hat keine Trümpfe und auch sonst kaum Stichkarten) ein Spiel gewinnen kann.

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      • #4
        das anspruchsvollste kartenspiel spiel zu 2.

        ist meines erachtens zensern

        Spielregeln - zenserianas jimdo page!

        hier übernimmt der trumpf bub eine ähnliche rolle wie der sküs und zählt 20, die trumpf 9 ist ähnlich dem mond (wert 14). dabei gibt es noch etliche prämien die auch mit einem schlechten blatt einen sieg ermöglichen, wie "bela", "quint", "quart", "vierstand" usw.

        ist oftmals als "häfenspiel" abqualifiziert, aber interessant... und auch zu 3. oder 4. spielbar.

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        • #5
          Zum Zensern

          Vielen Dank für den Hinweis, ich hab mir die Beschreibung des Zenserns mal durchgesehen. Ein Eigenbauspiel von Franz Moser, sehe ich das richtig? Der Glücksfaktor scheint mir aber auf den ersten Blick bei diesem Spiel sehr hoch zu sein, den größten Teil der Punkte erhält man durch Prämien aufgrund des Kartenglückes (wenn man z. B. Jass, Menö oder eine Quart bekommt), es kommen nur etwas mehr als die Hälfte der Karten ins Spiel (der Rest liegt großteils unsichbar im Talon), und die möglichen Spieltaktiken bei Ausspiel und Ansagen sind wohl eher gering anzusetzen (zumal man außerdem abgesehen von den Ansagen nicht weiß, was da ist).

          Kurz: offenbar ein recht kurzweiliges Spiel, aber aus meiner Sicht wohl eher nicht die Kategorie Spiel, auf die meine Frage abzielt.

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          • #6
            ... seh ich nicht ganz so mr. rock.

            man kann die trumpffarben bestimmen und der letzte stich zb. zählt 10 punkte und ist nicht selten spielentscheidend. diesen wird oft der machen, der am meisten aufgepasst hat bzw. nicht gleich sein pulver verschossen hat.

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            • #7
              Nun, das Zensern (hab mich schlau gemacht, doch kein Autorenspiel, sondern ein Jassabkömmling) muss ich wohl erst ausprobieren, vielleicht revidiert sich noch der erste Eindruck.
              Cribbage klingt sehr interessant - wieder einmal ein ganz "anderes" Kartenspiel, weder Stich-, noch Ablege- oder Aufnahmespiel. Vielleicht kann man die Sache mit dem sperrigen Board irgendwie umgehen ...

              Ich habe auch selbst einmal versucht, ein punktebasiertes Kartenspiel zu entwerfen, oder besser: ein vorhandenes für Spezialkarten auf ein normales Blatt zu adaptieren. Ist, denke ich, ganz interessant geworden, halt wiederum etwas ganz anderes als ein Stichspiel, näheres für Interessierte: Duell

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              • #8
                Wenn man etwas mehr Zeit hat, ist meiner Erfahrung nach Canasta oder Rummy empfehlenswert, wenngleich sie nicht alle als wirklich anspruchsvoll einstufen würden.

                Noch nicht erwähnt wurde, dass man auch Watten zu zweit betreiben kann. Hat aber im Gegensatz zum Schnapsen mehr mit Kartenglück und Bluff, als mit Kartengedächtnis und Kartentaktik zu tun.
                Es ist einfach aber nicht ganz uninteressant. Wir haben es (im Ennstal) in der und um die Schule gespielt und ich spiele es gelegentlich noch mit meiner Frau.

                (Tarock zu zweit (Strohmandln) scheint mir mehr ein Notbehelf, wenn man schon lange keine Tarockkarten mehr in der Hand gehabt hat.)

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