Trischaken beim Wiener Tarockcup
Die Abrechnung des Trischakens beim Wiener Tarockcup ist die folgende: Verlierer des Trischakens ist der Spieler mit den meisten Punkten. Er zahlt den anderen Spielern je 10 Cent.
Hat der Vorhandspieler die meisten Punkte, zahlt er doppelt, also je 20 Cent (gilt auch dann, wenn er punktegleich mit einem anderen Spieler ist).
Hat der Verlierer mindestens 35 Punkte und 2 Blatt erzielt (Bürgermeister), zahlt er ebenfalls doppelt, also je 20 Cent. Ist der Vorhandspieler Bürgermeister, zahlt er vierfach, also je 40 Cent.
Bei Punktegleichheit zweier oder dreier Verlierer zahlen diese an die bzw. an den Gewinner je 10 Cent. Hat ein Spieler keinen Stich (Jungfrau), erhält er vom Verlierer 30 Cent; die anderen Spieler zahlen nichts und bekommen nichts. Bei Punktegleichheit von 2 Verlierern erhält die Jungfrau von diesen je 30 Cent.
Haben 2 Spieler keinen Stich (2 Jungfrauen), so erhalten sie vom Verlierer je 30 Cent. Bei Punktegleichheit zweier Verlierer (also jeweils 35 Punkte) erhält jede Jungfrau von einem der Verlierer 30 Cent.
Der Bürgermeister zahlt einer Jungfrau 60 Cent, gibt es 2 Jungfrauen, zahlt er je 30 Cent. Hat der Verlierer alle Stiche, zahlt er je 40 Cent. Hat der Vorhandspieler alle Stiche, zahlt er je 80 Cent.
Nun fällt folgendes auf: In den Fällen ohne Jungfrau oder mit drei Jungfrauen (rot) ist festgeschrieben, dass die Vorhand doppelt zahlt, wenn sie verliert. Gibt es eine oder zwei Jungfrauen (grün), ist nichts dergleichen festgeschrieben.
Wenn also die Vorhand verliert und es eine Jungfrau gibt, muss sie dann doppelt zahlen oder nicht? Ich finde, dass die Regeln in diesem Punkt unklar und inkonsistent sind. Wenn dieser Fall eintritt, können die Spieler über die Bezahlung bis Ende nie streiten.
Ich bin der Meinung, dass sinngemäß die Vorhand in diesem Fall auch bestraft gehört (warum nicht?). Aber dann ergibt sich noch ein Problem: Wenn die Vorhand mit einem anderen zusammen je 35 Punkte hat, dann kann sie nicht konsistent doppelt zahlen - denn sie zahlt 60, der andere 30, und jeder der Jungfrauen kriegt dann 45, aber 5 C-Werte gibt es nicht beim Wiener Tarockcup!
Ich habe ein vereinfachtes Regelwerk für das Trischaken verfasst, das diese Inkonsistenzen beseitigt und obendrein kürzer und eleganter formuliert ist. Allein die beiden Veranstalter des Tarockcups wollen mir nicht zuhören. Sie sind der Meinung, dass ihre Regeln völlig in Ordnung seien, und keine Änderung notwendig.
Nun meine Frage, sind meine Einwände nur ein Hirngespinst? Oder habe ich recht?
PS: Obendrein ist der Fall unklar, wenn die Vorhand ex aequo mit einem anderen verliert. Muss der dann auch 10 C zahlen? Oder kriegt er von der Vorhand ausgezahlt wie ein Gewinner? Oder zahlt und kriegt er nix?
|