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  #1 (permalink)  
Alt 14.10.2009, 00:52
Benutzerbild von montanistikus1
Tarockforum-Team
Piccolo Ouvert
 
Registriert seit: 27.05.2009
Beiträge: 471
Standard Taktik bei Bei Spielen

Hallo zusammen,



Hin und wieder (vielleicht 1 mal pro Semester) spiele ich bei der Runde eines Studienkollegen von mir mit, wenn einer der Stammspieler ausfällt (darum suche ich auch verzweifelt nach einer Runde!). Dieser teilte mir mit, dass die Mehrheit der bestehenden Runde nun dafür war Bei Spiele einzuführen, als Piccolo-Bei und Bettler-Bei womit man auch einen angesagten Dreier überbieten kann. Nun mir ist prinzipiell klar wie das funktioniert sprich es werden zwei Piccolos getrennt in einer Runde gespielt und auch getrennt abgerechnet und kontriert. Der der nicht ausspielt darf eine Karte nach Wahl ablegen.

Nun klingt das für mich noch etwas verwirrend. Kann mir jemand genau erklären wie so ein Bei Spiel abläuft und worauf man achten muss?

Wie wird abgerechnet wenn beide gewinnen oder wenn nur einer gewinnt?

Zahlt dann der der seinen Piccolo verloren hat beim anderen mit oder wie geht das?

Mit welcher Hand sollte/könnte man ein Bei Spiel ansagen wenn bereits jemand einen Bettler/Piccolo gerufen hat. Und wie spielt man als einer der beiden Gegner wenn man auf einmal zwei Gegner hat. Versucht man die nach der Reihe zu stürzen oder fokussiert man sich auf einen Gegner?

Wie findet man raus wen man am ehesten zerreißen kann?

Fragen über Fragen...





lg





Markus
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  #2 (permalink)  
Alt 14.10.2009, 11:02
Benutzer
Solorufer
 
Registriert seit: 14.10.2009
Ort: Linz
Beiträge: 72
Standard

Hallo Markus,



Die von dir genannten Bei-Spiele habe ich bei früheren Tarockrunden auch gespielt. Diese Spiele waren deshalb sehr beliebt, um z.B. einen A-Rufer auf einen 3er "hinaufzutreiben". Einen 3er oder höherwertiges Spiel konnten wir damit jedoch nicht verhindern.

Abgerechnet wurde - wie es sich gehört - jeder für sich. D.h. wenn einer sein Spiel gewinnt, der andere seines verliert, zahlt der Verlierer 3x den Wert des Spieles an den Gewinner (zusätzliche kontras natürlich auch). In diesem Fall erhalten die "Nichtspieler" nichts. Ausnahem - es wurde nur einer der Bei-Spieler kontriert.

Ausgegeben hat jener Spieler, der in der Reihenfolge als erster dran war, also ggf. auch die Vorhand wenn sie im nachhinein das Bei-Spiel nannte.



Ich hoffe, dass dir der Beitrag etwas hilft.
__________________
Sküss heil!



Richi
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  #3 (permalink)  
Alt 14.10.2009, 12:02
Benutzerbild von KnightMove
Tarockforum-Team
Valat
 
Registriert seit: 03.12.2004
Ort: Wien
Beiträge: 1.844
Standard

Da - wie gesagt - beide Piccolos getrennt verrechnet werden, zahlen die Piccolos auch an einander.


In der Praxis heißt das, wenn nicht kontriert wurde:
* Wenn beide verlieren, heben sich die Verlust-Zahlungen der beiden Piccolos auf; insgesamt zahlt jeder Piccolo-Spieler den doppelten Piccolo-Wert; jeder sonstige Spieler kassiert ebendiesen.
* Wenn beide gewinnen, ist es genau umgekehrt.
* Wenn ein Piccolo gewinnt und einer verliert, heben sich die Beiträge für die Mitspieler auf; der Verlierer zahlt den 4fachen Piccolo-Wert an den Gewinner.


Mit Kontras wird es entsprechend komplizierter.

Zur Taktik:

* Der Bei-Spieler muss schon ein besseres Blatt haben in der Hinsicht, dass er nicht aufs Ausspiel angewiesen sein darf (also nicht zwangshaften Bedarf, eine Schwäche auszuspielen).
* Die klassische Taktik gegen EINEN Piccolo besteht darin, ihn nach Möglichkeit keinen der ersten 10 Stiche gewinnen zu lassen (sonst Wechsel auf Anti-Bettler-Spiel) - und dann entweder zwei stehende Farbkarten zu haben (also 0 Stiche für den Piccolo), oder aber ihm den vorletzten Stich im gewünschten König zu geben, worauf er recht wahrscheinlich auch den letzten macht. Das funktioniert hier aber meistens NICHT! Denn obwohl die Piccolos doppelt gegeneinander spielen, werden sie hier zu Partnern, wo einer den vorletzten Stich gewinnen will, einer den letzten (also beide zu gewinnen, statt beide zu verlieren) - und das gelingt üblicherweise auch.

Ich spiele daher üblicherweise so, dass nach Möglichkeit einer der beiden Piccolos schnell einen Stich gewinnt, damit diese Situation nicht eintritt. Das weitere muss dann aber der Situation angepasst werden.
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  #4 (permalink)  
Alt 14.10.2009, 20:34
Benutzer
Solorufer
 
Registriert seit: 14.10.2009
Ort: Linz
Beiträge: 72
Standard

Hallo,



chrifgo schreibt:

" Wenn ein Piccolo gewinnt und einer verliert, heben sich die Beiträge für die Mitspieler auf; der Verlierer zahlt den 4fachen Piccolo-Wert an den Gewinner "



WIESO 4-fach???



A gewinnt, B verliert, so zahlt B den Piccolo-Wert von C + D sowie seinen eigenen an A = 3-facher Piccolo-Wert , so wie ich das angemerkt habe!!!
__________________
Sküss heil!



Richi
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  #5 (permalink)  
Alt 19.10.2009, 19:32
Benutzerbild von KnightMove
Tarockforum-Team
Valat
 
Registriert seit: 03.12.2004
Ort: Wien
Beiträge: 1.844
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Zitat:
Zitat von rich1903 Beitrag anzeigen
WIESO 4-fach???



A gewinnt, B verliert, so zahlt B den Piccolo-Wert von C + D sowie seinen eigenen an A = 3-facher Piccolo-Wert , so wie ich das angemerkt habe!!!
Die Abrechnung für beide Piccolos erfolgt getrennt:

Code:
   Piccolo 1: Piccolo 2: Summe:
A     +3          +1      +4
B     -1          -3      -4
C     -1          +1       0
D     -1          +1       0 
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  #6 (permalink)  
Alt 21.10.2009, 10:47
Benutzer
Piccolo
 
Registriert seit: 31.03.2005
Beiträge: 37
Standard

Wir spielen den Bei- so, dass wie üblich der Spieler ausspielt und sich eine "gefährliche" Karte entschärfen kann.
Der Bei- Spieler kann das nicht, er spielt ja nicht aus. Als Ausgleich darf er eine beliebige Karte folgenlos dem ersten Stich zugeben. Diese Karte muss er vor dem Ausspiel des Spielers aus dem Blatt nehmen und verdeckt am Tisch ablegen. Er unterliegt daher in der ersten Runde nicht dem Farb- oder Tarockzwang. Er kann also beispielsweise den Sküs (verdeckt) auf den Tisch legen. Spielt der Spieler nun sagen wir am Herz, gibt der Bei-Spieler, auch wenn er Herz hat, den Sküs zu, ohne dass er den Stich macht und ohne dass es es eine Renonce wäre.

Ein Bettler-bei ist daher auch spielbar, wenn man den Sküs hat.

Gegenspiel:
Beim Bettler-bei eh klar, wie beim Bettler.
Beim Piccolo-bei schwierig, da, wie von chrifgo erwähnt die klassische Taktik mit dem vorletzten Stich oft dazu führt, dass bei Spiele gewonnen werden. Faustregel ist mir keine bekannt, da muss man improvisieren. Zumeist geht aber ohnehin einer der beiden Piccos daneben und die Gegenspieler erleiden dann keinen Verlust.
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  #7 (permalink)  
Alt 21.10.2009, 13:03
Benutzerbild von KnightMove
Tarockforum-Team
Valat
 
Registriert seit: 03.12.2004
Ort: Wien
Beiträge: 1.844
Standard

Zitat:
Zitat von Tuco Beitrag anzeigen
Ein Bettler-bei ist daher auch spielbar, wenn man den Sküs hat.
Interessant! Ich kannte zwar diese Variante, aber dass man damit sogar einen Bettler-Bei spielen kann, der schlechter als der normale Bettler ist, war mir nicht bewusst.
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